Arbeit und Mensch

Prof. Dr. habil. Yvonne Ferreira - Diplompsychologin, Arbeitswissenschaftlerin, Professorin für Wirtschaftspsychologie


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Arbeitszufriedenheitsmessung mit dem
FEAT – Fragebogen zur Erhebung von Arbeitszufriedenheitstypen

Entsprechend den theoretischen Überlegungen zum Zurich Model Revisited (vier Kernvariablen, 36 Arbeitszufriedenheitstypen setzen sich aus der spezifischen Ausprägung der Kernvariablen zusammen) wurde der Fragebogen zur Erhebung von Arbeitszufriedenheitstypen FEAT entwickelt. Das Instrument umfasst 80 Items auf zwei Seiten und benötigt zur Bearbeitung etwa 15 Minuten.

Der Soll-Ist-Wert-Vergleich zwischen Arbeitssituation und Erwartungen (KV1) wird mit Hilfe von 22 Facetten erfasst, welche die Arbeitssituation beschreiben. Jede der Facetten wird hinsichtlich der drei Bereiche Soll-Werte (Erwartungen), Ist-Werte und Wichtigkeit bewertet, woraus sich 66 Items ergeben. Die Skalierung ist vierstufig, womit auf eine neutrale Kategorie verzichtet wurde, um ein zumindest tendenziell in eine Richtung weisendes Urteil zu erzwingen.

Die Wahrgenommene Kontrollierbarkeit (KV2) wird mit insgesamt sechs Items erhoben, welche die Handlungsfolgen, -ergebnisse und -möglichkeiten sowie deren Veränderungen erheben. Je drei der Items fragen die wahrgenommene Veränderbarkeit der Kontrollierbarkeit in qualitativer Form ab.

Die Anspruchsniveau(veränderung) (KV3) wird mit vier Items durch die Frage nach eigenen Ansprüchen an die Arbeit und deren Veränderung, an eigene Zielvorgaben sowie deren Veränderungen erhoben.

Problemlösungsversuche (KV4) werden mit vier Items erhoben.

Der Vorteil des FEAT liegt darin, dass nicht nur einzelne Aspekte der Arbeitszufriedenheit erhoben werden (zum Beispiel Zufriedenheit mit dem Gehalt, mit dem Vorgesetzten, mit den Entwicklungschancen) sondern vielmehr auch die Entstehungsbedingungen der Arbeitszufriedenheit (Wie sollte der Arbeitsplatz sein? Wie ist der Arbeitsplatz wirklich? Verändert sich das Anspruchsniveau? Nimmt die Arbeitsperson Kontrolle über ihre Arbeitssituation wahr? Nimmt die Arbeitsperson Problemlösungsversuche vor?)

Das Ergebnis dieser Befragung ist nicht ein global „hoher“ oder „niedriger“ Wert für Arbeitszufriedenheit, der in den Praxisstudien sowieso immer im hohen Bereich liegt (zwischen 70 und 80%). Das Ergebnis ist vielmehr die Feststellung eines Arbeitszufriedenheitstyps, der deutlich mehr Aussagekraft besitzt.

Auswertung nach Arbeitszufriedenheitstypen

Welche Arbeitszufriedenheitstypen in einem Betrieb identifiziert werden, ist einerseits branchenabhängig andererseits aber auch abhängig von den vorherrschenden Arbeitsbedingungen. Ein betriebsspezifischer Mantelbogen, der mit dem FEAT ausgeteilt wird, ermöglicht Rückschlüsse auf die Ursachen der Bildung unterschiedlicher Typen in einem bestimmten Betrieb, um detaillierteres Gestaltungspotenzial darstellen zu können.

Der Vergleich verschiedener Betriebe (Benchmarking) kann wie folgt aussehen:

Beispiel_benchmarking_mit_FEAT


Hierbei wird deutlich, dass im Betrieb 1 nur Mitarbeiter/
-innen mit negativ diskrepantem Soll-Ist-Wert-Vergleich aufzufinden sind (rote Gruppe). Das sind solche Mitarbeiter/-innen, die weniger bekommen als sie von ihrer Arbeitsstelle erwarten. Es zeigt sich auch, dass nur die Betriebe 6, 7 und 8 Mitarbeiter/innen haben, die mehr bekommen, als sie erwarten (grüner Bereich). Die unterschiedlichen Typen können interpretiert werden und machen so einen Vergleich zwischen den Betrieben noch detaillierter möglich.

 

Auswertung nach Kernvariablen

Neben den Arbeitszufriedenheitstypen können auch die einzelnen Kernvariablen gewinnbringend und informativ betrachtet, und damit wichtige Impulse für notwendige oder wünschenswerte Veränderungen aufgezeigt werden. Dies kann wie folgt aussehen:

auswertung_erste_kernvariable_feat

66,7 % der Befragten dieses Betriebes haben einen kongruenten Soll-Ist-Wert-Vergleich, das heißt, ihre Erwartungen werden durch die tatsächlichen Gegebenheiten an ihrem Arbeitsplatz erfüllt. Das ist ein äußerst positives Ergebnis. 20 % ziehen einen negativ diskrepanten Soll-Ist-Wert-Vergleich, da ihre Arbeitsstelle ihre Erwartungen nicht erfüllt. 13,3 % haben sogar einen positiv diskrepanten Soll-Ist-Wert-Vergleich, das heißt, dass die Arbeitsstelle ihnen mehr bietet als sie erwarten. Insgesamt spricht dies für eine zufriedene Belegschaft, bezogen auf die Erwartungen an die Arbeitsstelle und die tatsächlich vorherrschenden Gegebenheiten.

Die Wahrnehmung der vorhandenen Kontrolle (Kernvariable 2) ist ein wichtiges Indiz für die Personalentwicklung. Mangelnde Kontrollwahrnehmung kann zu Resignation und Frustration bis hin zur inneren Kündigung führen.

auswertung_zweite_kernvariable_feat

In dem vorliegenden Beispiel zeigten sich, dass 33,3 % der Befragten keine Kontrolle wahrnahmen, während 66,7 % Kontrollwahrnehmung hatten. Auch dies ist ein äußerst erfreuliches Ergebnis, weist jedoch bereits Gestaltungspotenzial auf.

Eine Senkung des Anspruchsniveaus (Kernvariable 3) führt zur Anpassung eines gestörten Gleichgewichts und ist nach Möglichkeit zu vermeiden, denn in der Regel sind damit auch Leistungsminderungen verbunden.

auswertung_dritte_kernvariable_feat

Im vorliegenden Beispiel erhalten 63 % ihr Anspruchsniveau aufrecht und 29,6 % steigern es. Auch dieses Ergebnis ist für den untersuchten Betrieb als ausgesprochen positiv anzusehen.

Problemlösungsversuche (Kernvariable 4) durch die Mitarbeiter/-innen führen zur Beseitigung von Missständen und sind wünschenswert, auch aus Sicht der Beschäftigten.

auswertung_vierte_kernvariable_feat

Im vorliegenden Beispiel nehmen 78,6% der Personen Problemlösungsversuche vor, was sehr großes Potenzial für den Betrieb und seine Entwicklung bietet. Andererseits weisen die Personen, die keine Problemlösungsversuche (mehr) vornehmen auf Gestaltungspotenzial hin.

 

Auswertung nach Wichtigkeit der einzelnen Aspekte

Die Kernvariable 1 (Soll-Ist-Wert-Vergleich) beinhaltet auch die Frage nach der Wichtigkeit der einzelnen Aspekte (wie z. B. Entwicklungschancen, Kommunikation mit Vorgesetzten). Diese Wichtigkeit zeigt Handlungsmöglichkeiten sowohl für die Beschäftigten als auch für den Betrieb auf (auch beispielsweise hinsichtlich eines Bonus-Malus-Systems), wenn sie entsprechend ausgewertet und aufgezeigt werden. Das folgende Beispiel verdeutlicht dies (Ausprägungen der Wichtigkeiten von einzelnen Aspekten. Dargestellt sind jeweils die prozentualen Häufigkeiten der Einschätzungen (1 = vollkommen unwichtig, 5 = lebenswichtig)):

auswertung_wichtigkeit_nach_feat

In diesem Beispiel zeigt sich, dass den Beschäftigten ein sicherer Arbeitsplatz und genügend Geld am Wichtigsten sind. Dies entspricht den Wichtigkeiten in anderen Betrieben. Besonders auffällig in diesem Betrieb ist, dass an zweiter Stelle der Wichtigkeit die Ordnung und Sauberkeit am Arbeitsplatz steht. Das ist außergewöhnlich und zeigt in diesem speziellen Betrieb die verantwortungsvolle Verbundenheit der Mitarbeiter/-innen zu ihrer Tätigkeit.

Diese detaillierte Ergebnisdarstellung ermöglicht einen deutlich fundierteren und aufschlussreicheren Blick auf die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten und dessen Zustandekommen als bisher. Mit herkömmlichen Arbeitszufriedenheitsinventaren sind lediglich Aussagen möglich wie „70% unserer Mitarbeiter sind mit der Arbeit zufrieden“ oder „80% sind mit den Aufstiegschancen zufrieden“.

Der nun mithilfe des FEAT jahrelang erprobte und validierte Ansatz zur Erhebung von Arbeitszufriedenheit hat sich in der Praxis bewährt, macht Vergleichbarkeit zwischen Betrieben und Branchen möglich und ermöglicht zahlreiche Rückschlüsse auf vorhandenes Gestaltungspotenzial.

Benutzung des FEAT

Der Einsatz des FEAT bei studentischen Studien ist kostenlos. Wir bieten Ihnen folgende Möglichkeiten an:

1. Sie tragen die Fragebogenergebnisse in eine SPSS- oder Excel-Matrix ein (kostenloser Download siehe unten)
2. Sie schicken diese Matrix an ferreira[at]arbeitundmensch.de und erhalten eine (ebenso kostenlose) Auswertung (in Form einer SPSS- oder Excel-Matrix mit den Auswertungsvariablen)
3. Sie möchten gerne die Auswertung selbst vornehmen? Hierzu stellen wir Ihnen schriftliche Auswertungsunterlagen und/oder eine SPSS-Auswertungsroutine zur Verfügung. Für beides jedoch ist es notwendig, einen Nutzungsvertrag zu schließen, um eine kommerzielle Verwendung des Fragebogens auszuschließen. Bitte schicken Sie diese ausgefüllt und unterschrieben mit der Kopie Ihrers gültigen Studentenausweises an ferreira[at]arbeitundmensch.de
4. Sie möchten Ihre Erhebung digital vornehmen? Wir stellen Ihnen eine Internetplattform zur Verfügung, die anonym die Daten Ihrer Versuchspersonen erhebt. Sie erhalten nach Beendigung der Umfrage die erhobenen Daten mit den relevanten ausgewerteten Kenngrößen als Excel-Datei. Für diesen Service müssen wir 50 Euro Selbstkostenpreis berechnen.

 

Für den betrieblichen Einsatz bieten wir Ihnen zahlreiche Unterstützungen an, die Sie je nach Bedarf abrufen können:

Wir stellen Ihnen für die einmalige Nutzung des FEAT eine Internetplattform zur Verfügung, die anonym die Daten Ihrer Mitarbeiter/-innen erhebt. Sie erhalten nach Beendigung der Umfrage die erhobenen Daten mit den relevanten ausgewerteten Kenngrößen als Excel-Datei inklusive einer Kurzbeschreibung der Kenngrößen. Hierfür berechnen wir (alle Preise zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer):

Bis 100 Teilnehmer/-innen: 250 Euro

Bis 500 Teilnehmer/-innen: 400 Euro

Bis 1000 Teilnehmer/-innen: 500 Euro

Bis 5000 Teilnehmer/-innen: 1000 Euro

 

Zusätzlich können Sie buchen:

Einführungsveranstaltung (Vorgehen, Vorstellung des Instrumentes, Ablauf, Interpretationsmöglichkeiten). Dauer etwa 90 Minuten.

                500 Euro in einem Umkreis von 100 Kilometer um Frankfurt

                Für weitere Entfernungen entstehen zusätzliche Kosten

 

 Ausführliche Berichterstattung mit Interpretationen der erhobenen Daten:

850 Euro in digitaler Form

950 Euro in digitaler Form und zweifach gedruckt/gebunden

 

Präsentation der Ergebnisse (Dauer etwa 60 Minuten):

                400 Euro in einem Umkreis von 100 Kilometer um Frankfurt

                Für weitere Entfernungen entstehen zusätzliche Kosten

 

Weiterhin können Sie zusätzliche Fragen oder ganze Fragebögen in Ihre Befragung aufnehmen und von uns auswerten lassen. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein individuelles Angebot.

 

Der FEAT ist auch in englischer Sprache validiert und verfügbar.

Download Fragebogen Deutsch
Download Fragebogen Englisch
Download SPSS-Matrix
Download Excel-Matrix
Download Variablenbeschreibung (gültig für SPSS- und Excel-Matrix)
Download Nutzungsvereinbarung für studentische Erhebungen
Download "Empirical coherences between Types of Job Satisfaction and demographical issues"
Download Präsentation "Types of Job Satisfaction. The Zurich Model is futurized"
Download "Types of Job Satisfaction"